Shopsysteme für Fotografen

Möglichkeiten und Wege, Bilder online zu verkaufen

Fotografen, die ihre Bilder online über einen Bilder-Shop verkaufen möchten, müssen sich vorab Gedanken machen, welche Shopsysteme für Fotografen zu ihren Möglichkeiten und Anforderungen passen. Es stellen sich Fragen wie:

  • Wieviel Zeit kann und möchte ich für die Erstellung und in der Folge dann für die Pflege meines Bilder-Shops aufwenden?
  • Auf welcher Basis steht mein Bilder-Shop: Eigene Webseite ? | Verlinktes externes Portal ? | Komplett auf einem externen Portal?
  • Falls ich Bilder auch als Druck oder Fotoprodukt anbiete: Wie realisiere ich eine Laboranbindung?
  • Welches Shopsystem für Fotografen passt zu meinen Umständen?
Shopsysteme für Fotografen | Fotos online verkaufen
Auch eine Möglichkeit Bilder zu verkaufen | Bild von 3centista auf Pixabay

Bilder-Shop | verschiedene Ansätze

Nachfolgend zeige ich mögliche Wege auf, einen Bilder-Shop zu realisieren. Sicher gibt es weitere Möglichkeiten, vor allem wenn man im Bereich Webdesign tiefgehendere Kenntnisse hat. Ich beschreibe das hier aus der Perspektive eines Laien, der nur über grundsätzliche HTML- und CSS-Kenntnisse verfügt und deshalb auf bereits existierende Lösungen zurückgreifen muss.

Ein Hinweis in eigener Sache: Links in diesem Artikel, die auf Shopsysteme für Fotografen verweisen, sind sogenannte “Affiliate-Links”. Das bedeutet, wenn du eines dieser Shopsysteme testen und mich dabei zugleich unterstützen möchtest, kannst du das über diese Links tun. Für dich entstehen dabei keinerlei Nachteile und ich bekomme vom Systemanbieter eine kleine Provision, solltest du über deren Shopsysteme deine Bilder verkaufen. Du kannst natürlich genauso gut direkt die jeweilen Webseiten aufrufen.

Bilder-Shop | auf der eigenen Webseite

Als Fotograf ist man sicher auch bestrebt, eine ansprechende Webseite zu betreiben. Besonders durch eine überzeugende Landingpage mit dem eigenen Portfolio kann einem der so wichtige erste positive Eindruck gelingen. Wenn das gelungen ist, möchte man diesen positiven Eindruck natürlich auch im Onlineangebot des Bilder-Shops bestätigen.

Die in der Außendarstellung vermutlich eleganteste Lösung besteht dabei in der Integration des Bilder-Shops direkt in der eigenen Webseite. Mit anderen Worten, ein Käufer bleibt beim “Betreten” des Shops auf der ursprünglichen Seite und wird nicht auf eine externe Domain oder Subdomain weitergeleitet.

In Verbindung mit WordPress bietet sich hier zum Beispiel das kostenlose Plugin “Woocommerce” an. Nach einigen anfänglichen Versuchen habe ich persönlich diese Variante wieder verworfen. Nicht weil das Plugin schlecht wäre, im Gegenteil, die Möglichkeiten sind sehr umfangreich. Mir war einfach der Zeitaufwand zu hoch, mich dort einzuarbeiten. Zudem ist eine passende Laboranbindung gar nicht so einfach umzusetzen. Würde ich Bilder ausschließlich zum Download anbieten, wäre dieser Weg aber meine bevorzugte Variante. 

Eine weitere Möglichkeit einen Bilder-Shop auf der eigenen WordPress-Webseite zu betreiben bietet die Webseite profi-fotos-online.com:

WordPress-Plugin von "profi-fotos-online"

Für WordPressbenutzer gibt es ein interessantes Plugin, das mittels Shortcode einfach in jede WordPress-Seite eingebunden werden kann. Dahinter steckt das Shopsystem für Fotografen von Stephan Heller (siehe auch die Vergleichsübersicht weiter unten). Es bietet Fotografen verschiedene Möglichkeiten der Bildvermarktung. Meines Wissens einzigartig ist die Möglichkeit, einen dort erstellten Bilder-Shop per Plugin in WordPress einzubinden, inklusive Laboranbindung. Der Kunde bleibt dabei auf der eigenen Webseite. Das Plugin kann kostenlos über die Webseite unter dem Menüpunkt “Layout” heruntergeladen werden.

Insgesamt ist das Plugin eine interessante und gut umgesetzte Lösung. Was mir letztendlich gefehlt hat, war die Möglichkeit einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung abzuschließen (Stand 06/2022), was in Deutschland für Unternehmen ein Erfordernis gemäß der Datenschutzgrundverordnung ist. Vielleicht tut sich hier in Zukunft ja noch etwas.

Bilder-Shop | auf externem Portal

Drei verschiedene Shopsysteme für Fotografen habe ich mir näher angesehen, sicher gibt es noch weitere Alternativen. Die vielfältigen Konfigurationsmöglichkeiten der unterschiedlichen Portale waren nicht Gegenstand des Vergleiches, im Vordergrund steht eine betriebswirtschaftliche Betrachtung.

Grundsätzlich muss man sich entscheiden, ob man Provision auf verkaufte Bilder oder eine monatliche Grundgebühr ohne Verkaufsprovision bezahlen möchte. Diese Entscheidung hängt stark davon ab, wie viele Bilder man monatlich bzw. jährlich verkauft. Die Tabellen weiter unten geben einen ersten Eindruck dazu. Bei den provisionsabhängigen Modellen von pictrs.com und profi-fotos-online.com sind auch Mischkalkulationen möglich: Man zahlt eine monatliche Grundgebühr, dafür sinkt die Provision pro verkauftem Bild.

Alle Anbieter lassen sich per Link von der eigenen Webseite aus verknüpfen. Auch das Aufrufen des Shops über eine eigene Domain oder Subdomain ist möglich, allerdings über verschiedene Umsetzungen und zu unterschiedlichen Konditionen. pictrs.com bietet ohne Aufpreis die Integration einer Subdomain an (z. B. shop@meinedomain.de), dazu sind im DNS-Bereich des Hosting-Anbieters ein paar Einstellungen vorzunehmen. Im Hilfebereich von pictrs.com findet man dazu ausführliche Informationen. Weiterhin lässt sich der Bilder-Shop per “Galerie-Widgets” (I-Frames) in die eigene Webseite einbinden –  mit voller Funktionalität für die eingebundene Galerie.

Bei portraitbox.com muss man separat kostenpflichtig ein Whitelabel-Paket und den passenden Tarif buchen. Alternativ kann man kostenlos per bereitgestelltem HTML-Code einen I-Frame in die eigene Webseite einbinden, der den Zugang zum Shop ermöglicht. Diese Möglichkeit ist geeignet, wenn man seinen Kunden vorab einen Zugangscode gegeben hat.

Bei profi-fotos-online.com findet die Integration über ein kostenloses WordPress-Plugin statt. Möchte man den Shop über eine eigene (Sub)Domain ansprechen (z. B. weil man kein WordPress verwendet), muss man in ein aufpreispflichtiges Paket wechseln (ab € 9,90 / Monat – Stand 06/22).

Drei Shopsysteme für Fotografen im Vergleich

Der nachfolgende Vergleich soll eine erste Übersicht über die Preisgestaltung der Verkaufsportale geben. Ich habe dazu ein Wandbild in “Alu-Dibond matt” in den Maßen 60×40 cm als Beispielprodukt zum Verkaufspreis von € 99,00 angelegt (kann man als Shopbetreiber frei festlegen). Da alle drei Anbieter das gleiche Labor anbieten, sollte auch die Qualität vergleichbar sein. Die Versandkosten habe ich nicht berücksichtigt und als durchlaufende Posten mit Weitergabe an den Kunden betrachtet.

Da viele (Hobby)Fotografen von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch machen und keine Mehrwertsteuer ausweisen, habe ich diese Regelung zugrunde gelegt. 

Folgende Kriterien für den Shop habe ich angesetzt:

  • Zahlungsabwicklung über das Shopsystem muss möglich sein(z. B. PayPal)
  • Eine Laboranbindung ist bereits einkalkuliert
  • Komplette Versandabwicklung über das Shopsystem
  • Berechnungsbeispiele bei jeweils 1, 3, 5 und 10 verkauften Bildern / Monat
Natürlich hinkt jeder Vergleich und wer es genau wissen möchte, müsste sich alle angebotenen Produkte näher anschauen. Besonders bei dem Produkt “Leinwand” gibt es offensichtlich starke Unterschiede in den Einkaufspreisen, allerdings auch verschiedene Qualitäten, was einen direkten Vergleich schwierig macht. Aber als grundsätzlicher Wegweiser sollten die Tabellen unten hilfreich sein.
 
Wer deutlich mehr als die in den Berechnungsbeispielen angenommenen Bilder verkauft, sollte sich auch mit den angebotenen Mischkalkulationen [Grundgebühr + (geringere) Bildprovision] auseinandersetzen.
Shopsysteme für Fotografen | 1 Bild pro Monat
Vergleich bei 1 verkauftem Beispielbild / Monat
Shopsysteme für Fotografen | 3 verkaufte Bilder pro Monat
Vergleich bei 3 verkauften Beispielbildern / Monat
Vergleich Shopsysteme für Fotografen bei 5 Bildern pro Monat
Vergleich bei 5 verkauften Beispielbildern / Monat
Vergleich Shopsysteme für Fotografen bei 10 Bildern pro Monat
Vergleich bei 10 verkauften Beispielbildern / Monat

Wie man der Aufstellung entnehmen kann, hängt das passende Modell stark davon ab, wie viele Wandbilder man tatsächlich verkaufen kann. Bei dem kalkulierten Beispielbild würde das bedeuten: Ab vier verkauften Bildern / Monat lohnt sich das provisionsfreie Modell von portraitbox.com, vorausgesetzt, man kommt mit den enthaltenen 500 MB Speicherplatz zurecht. Das Portal von profi-fotos-online.com hinkt etwas hinterher, vor allem weil die Provision vom Umsatz und nicht – wie bei pictrs.com – vom Gewinn erhoben werden.

Die drei betrachteten Shopsysteme lassen sich auch autonom betreiben, sprich ohne Einbindung in oder an die eigene (bereits bestehende) Webseite. Wer noch keine eigene Webseite hat, für den ist das eventuell auch eine schnelle Möglichkeit, seine Arbeit online zu präsentieren.

Zusammenfassung Shopsysteme für Fotografen

Provisionsmodell pictrs.com Provisionsmodell
Für mich der Favorit für Einsteiger und alle, die geringe Absatzzahlen haben.
  • Volle Funktionalität ohne Fixkosten
  • Provision wird auf den Gewinn berechnet, nicht auf den Umsatz
  • Umfangreiche Konfigurationsmöglichkeiten des Shops
  • Aufpreisfreie Integration einer vorhandenen (Sub)Domain möglich
  • Sehr detaillierter Hilfebereich mit vielen Tipps, Hinweisen und Formularen
  • Shopdesign kann per eigenem CSS angepasst werden
  • viele weitere Möglichkeiten, die ich persönlich nicht nutze, z. B. Kindergartenfotografie
Ein Auszug aus dem umfangreichen Hilfebereich von pictrs
Grundgebührmodell portraitbox.com Grundgebührmodell
Eine sehr gute Lösung für alle, die regelmäßig Bilder in höheren Stückzahlen verkaufen können.

 

  • sehr umfangreiche Konfigurationsmöglichkeiten
  • benötigte Zusatzleistungen können monatsweise zugebucht und vorab kostenlos getestet werden
  • keine Verkaufsprovisionen
  • integriertes Blogsystem für alle, die keinen separaten Blog betreiben
  • zusätzlich kostenlos 1 GB Speicherplatz zum Datentransfer enthalten
  • viele weitere Möglichkeiten, die ich persönlich nicht nutze, z. B. Hochzeitsfotografie
  • lässt sich auch komplett kostenlos betreiben, wenn man auf eine Laboranbindung und Zahlungsdienstleister verzichten kann
Auszug aus den Einstellungen bei portraitbox.com
Ein kleiner Auszug aus den Konfigurationsmöglichkeiten bei portraitbox.com
Provisionsmodell profi-fotos-online.com Provisionsmodell
Gut gemachtes Verkaufsportal für Fotografen mit toller Website-Integration
  • Vielfältige Konfigurationsmöglichkeiten des Shops
  • Vermutlich einzigartiges Plugin zur Integration des Shops auf der eigenen WordPress-Webseite
  • Preislich interessante Kombinationspakete von relativ niedriger Grundgebühr und Provision
  • Schneller Support per Email
  • viele weitere Möglichkeiten, die ich persönlich nicht nutze, z. B. Info-Karten mit QR-Codes für Fotoausstellungen
wordpress plugin von profi-fotos-online.de
Vermutlich einzigartig: Das WordPress-Plugin von profi-fotos-online.de

Eure Erfahrungen

  • Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?
  • Auf welchem Weg verkauft ihr eure Bilder?
  • Welche Alternativen gibt es noch?

Schreibt es gerne in die Kommentare.

Was sagst du dazu?Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Zurück zum Anfang
Close Zoom